Internationaler Neurologie-Experte Prof. Dr. med Diener: „Landkreis CLP ist weitgehend weißer Fleck bei Schlaganfallversorgung!“

MdL Christoph Eilers:
„Drei Jahre unverantwortliches Spiel mit Leben und Tod von Schlaganfallpatienten“

Kurze Wege und schneller Behandlungsbeginn überlebensnotwendig und Schutz vor schweren Dauerschäden
Flächendeckende schnelle und gleichwertige Versorgung vorrangig vor Ausbau
Landkreis Cloppenburg/Cloppenburg - Bereits am 29. Dezember 2015 hat das St. Josefs-Hospital einen Antrag auf Einrichtung einer Fachabteilung für Neurologie mit 45 Betten beim Niedersächsischen Sozialministerium gestellt. Passiert oder entschieden ist danach zunächst einmal bis 2018 nichts.
Das Ministerium hat dem zuständigen Krankenhausplanungsausschuss im September und im November 2018 vorgeschlagen, nunmehr für das St. Josefs-Hospital eine neurologische Fachabteilung mit zunächst 30 Betten zu genehmigen. Der Krankenhausplanungsausschuss hat in der Sache aber in zwei Sitzungen nicht entschieden, sondern die Entscheidung in die kürzlich eingerichtete Enquetekommission für die Krankenhausentwicklung in Niedersachsen „verschoben“, wodurch eine weitere Verzögerung entstanden ist.
Die Notwendigkeit der Einrichtung war durch ein Gutachten des früheren langjährigen Referatsleiters für die Krankenhausplanung im Sozialministerium in Hannover, Dr. Ernst Bruckenberger, vielfach von Eingeweihten als „Krankenhauspapst“ bezeichnet, mit einem Fehlbedarf von sogar 51 Plätzen unzweideutig nachgewiesen worden. „Von einer Anzweiflung dieses Gutachtens für den Standort Cloppenburg ist mir nichts bekannt“, so Christoph Eilers jetzt in seiner Presseerklärung.
Großes Erstaunen hat dieses bisherige Verfahren bei dem international hoch angesehenen und anerkannten Neurologie-Experten Professor Dr. med. Hans-Christoph Diener, von der Universität Duisburg-Essen, ausgelöst, dem in der vergangenen Woche von den maßgeblichen Vertretern des St. Josefs-Hospitals und von Landrat Johann Wimberg die Situation hier im Kreis Cloppenburg, vor allem im mittleren zentralen Bereich des ausgedehnten Flächenlandkreises, erläutert wurde. Professor Dr. Diener hatte es nicht für möglich gehalten, dass es in Deutschland in dieser Frage noch einen so großen weißen Fleck auf der Landkarte geben könnte.
Die vorhandenen Einrichtungen rund um den Landkreis Cloppenburg könnten für weite zentrale Teile des Kreises keine ausreichende und notwendigerweise schnelle Fachbehandlung gewährleisten, weil die Fahrten dafür einfach viel zu lang seien und daher eine schnelle Aufnahme der Fachbehandlung nicht möglich sei, mit konkreten Gefahren für das Leben der betroffenen Kranken und auch für das weitere Leben derjenigen, die zwar gerettet werden könnten, aber mit schweren Folgeschäden leben müssten, weil der Beginn der Behandlung durch zu lange Fahrtzeiten verzögert werde und daher nicht schnell genug möglich sei, so Professor Diener zur Situation im Kreis Cloppenburg.
Bei allem Verständnis dafür, dass vorhandene Fachabteilungen in der Umgebung des Kreises Cloppenburg weiter wachsen und ausgebaut werden sollten, gehe es aber in Cloppenburg vorrangig um die Sicherstellung einer möglichst schnellen Fachbehandlung und die Verhinderung von Todesfällen oder schweren Dauerschäden. Darauf habe die Bevölkerung in den zentralen Bereichen des Landkreises einen Anspruch, so die Experten im St. Josefs Hospital.
„Eine Neurologie-Fachabteilung in Cloppenburg bedeutet keinerlei Gefahr für bestehende Einrichtungen“, war man sich in Cloppenburg deshalb ebenfalls einig.
„Schon im Januar 2019 habe ich“, so MdL Christoph Eilers in seiner aktuellen Pressemitteilung in der Sache, „genau mit diesen Argumenten meine Politikerkollegen und auch die Verantwortlichen in den Kliniken der Umgebung mit Neurologie-Fachabteilungen, dazu aufgerufen, sich nicht weiter gegen eine zügige Einrichtung in Cloppenburg zu sperren und nur eigennützig zu Gunsten ihrer Häuser vor Ort in ihren Wahlbereichen zu arbeiten“ und weiter: „Für die zentralen Bereiche des Landkreises Cloppenburg und das St. Josefs. Hospital in Cloppenburg geht es vor allem darum, der hiesigen Bevölkerung und betroffenen Kranken die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, Schlaganfälle zu überleben und dann auch mit möglichst wenig schweren oder keinen Beeinträchtigungen für das weitere Leben leben zu können“.
Bei dem Besuch von Professor Dr. Diener sei das Problem mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht worden: „Zeit ist Gehirn“.
„‘Ich rufe alle Entscheidungsträger dazu auf, sich diese kurze Feststellung vor Augen zu halten, wenn sie für oder gegen die Einrichtung einer neurologischen Fachabteilung zentral in Cloppenburg arbeiten, denn das ist eine Gewissenssache und bedeutet auch eine Mitverantwortung für die Fläche in der Umgebung der eigenen Einrichtungen“, ist Christoph Eilers überzeugt.

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