AK Bereisung Caritas Lohne

LOHNE (CSW). Mehr Beratung, weniger Kontrolle und ein klares Bekenntnis vom Land Niedersachsen: Das fordert das Caritas-Sozialwerk St. Elisabeth in Lohne (CSW) für seine „Geschlossene intensivtherapeutische Wohngruppe“ (GITW). Unterstützung erhielt das CSW als Träger der GITW dafür am Montag, 01. Oktober 2018 von den beiden Mitgliedern des Arbeitskreises Soziales der CDU-Landtagsfraktion, Christoph Eilers und Volker Meyer. Sie waren der Einladung des Vorstandes nach Lohne zu einem Besuch der GITW gefolgt.

 

Heribert Mählmann (Vorstandsvorsitzender des Caritas-Sozialwerkes), Reinhard Schwarze (Bereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe), Klaus Karnbrock (Bereichsleiter Projekte und Migration) und Hartwig Markus (Leiter GITW) informierten die Abgeordneten zunächst in einem offenen Gespräch über die Hintergründe und das sozialpädagogisch-therapeutische Konzept der Einrichtung. Dieses richtet sich an bis zu sieben Kinder und Jugendliche, die entweder straffällig geworden oder halt- und orientierungslos sind, Verhaltensstörungen aufweisen oder für sich und andere eine Gefahr darstellen. Es ist die einzige Einrichtung dieser Art in Niedersachsen.
Dem Gespräch folgte eine Begehung der GITW in Lohne. Im Anschluss stellte sich die Runde in einem Gespräch den regionalen Pressevertretern, die sich über die aktuellen Entwicklungen und Probleme mit den Ministerialbehörden detailliert informierten.
Nach der Entweichung von drei Kindern im Juni dieses Jahres waren der GITW verstärkte Kontroll- und Sicherheitsmechanismen auferlegt. In der Folge nahm das CSW zudem unter anderem bauliche Veränderungen, eine technische Nachrüstung sowie eine Aufstockung des Personals in der Einrichtung vor. Da vor allem die zusätzlichen nächtlichen Kontrollmaßnahmen auch eine nachteilige Wirkung bei den Kindern und Jugendlichen erzeugten, habe man beim Land den Antrag gestellt, auf diese Überprüfungen zu verzichten. „Es geht nicht um das Wegschließen, sondern um den Kontakt zur Gesellschaft und den Aufbau von Beziehungen“, sagte Mählmann. Er warb für mehr Verständnis für die geleistete sozialpädagogische Arbeit - in Hannover und auch in der Gesellschaft allgemein.
Dafür erhielt er von den Abgeordneten die ausdrückliche Unterstützung. „Ich sehe die GITW als alternativlos“, sagte Christoph Eilers, Landtagsabgeordneter der CDU im Wahlkreis Cloppenburg. Auch der sozialpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Volker Meyer, gab ein klares Bekenntnis zu Gunsten der GITW ab und lobte zugleich deren transparente Arbeit. „Das hier ist keine Einrichtung des Justizvollzugs“, sagte er. Die GITW sei für die Kinder und Jugendlichen, die dort wohnten, vielmehr oftmals der letzte Weg zurück in ein normales Leben.
Mählmann: „Dieses Bekenntnis ist uns sehr viel Wert, sowohl in Bezug auf die Notwendigkeit der Existenz dieser Einrichtung als auch hinsichtlich der pädagogischen Ausrichtung der GITW. Wir sind weder ein Kinderknast noch eine Verlängerung des Strafvollzuges.“
Zum Hintergrund: Die niedersächsische Landesregierung hatte 2009 einen Träger für eine Geschlossene Wohngruppe für dissoziale und/oder hochdelinquente Kinder und Jugendliche gesucht – und war im Caritas-Sozialwerk in Lohne fündig geworden. Seither leistet das CSW wertvolle Hilfe zur Erziehung sowie Eingliederungshilfe dieser Kinder mit seelischen Behinderungen. Das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie nimmt dabei eine Aufsichts- und Beratungsfunktion wahr. Die Aufnahme in die GITW erfordert die Genehmigung eines Familiengerichts. Finanziert wird die Arbeit über Gelder der Jugendämter, die die Jugendlichen in die Wohngruppe schicken.
 
Pressemitteilung des Caritas-Sozialwerkes. Fotos: CSW/ Dziondziak

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