Eine kurzfristige Öffnung über die Feiertage kommt nicht in Frage / Differenzierung zwischen gehobener Gastronomie und Kneipen notwendig

 
Cloppenburg. Der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Eilers (Cappeln) traf sich mit Vertretern des hiesigen Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DeHoGa), um ein Stimmungsbild aus einer der Branchen zu erhalten, für die faktisch ein Berufsverbot gilt.
„Gemeinsam mit Reisebüros, Fitnesscentern und allen Beteiligten der Veranstaltungsbranche werden wir Gastronomen weiterhin an der Ausübung unserer Berufung gehindert“, stellt Meike Schlömer-Thomann (Hotel Schlömer, Cloppenburg) ernüchtert fest. Selbstverständlich schätze man die umfangreichen staatlichen Hilfsprogramme, sofern das Geld dann irgendwann auch auf dem Konto ankomme. „Uns bleibt aktuell nur der Außer-Haus-Verkauf. An dieser Stelle möchten wir allen treuen Kunden und Gästen danken, deren Unterstützung und Zuspruch in diesen Zeiten insbesondere mental sehr aufbauend ist“, betont die zweite Vorsitzende des DeHoGa-Kreisverbandes. Dennoch sei der reine Außer-Haus-Verkauf aktuell mehr „Beschäftigungstherapie“ und kein langfristiges Geschäftsmodell.
Die Verlängerung der geltenden Einschränkungen bis zum 10. Januar sei angesichts der bisherigen Zahlen erwartbar gewesen. „Aber kommt in der Politik jetzt bloß nicht kurzfristig auf die Idee, dass über die Weihnachtsfeiertage ein regulärer Gastronomiebetrieb gewünscht ist. Bei uns kann man nicht einfach das Licht einschalten und den Computer hochfahren. Kühlhäuser sind abgetaut, Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit und Aushilfen sind komplett abgemeldet. Wir brauchen Planungssicherheit und eine gewisse Vorlaufzeit!“, mahnt Klaus Fleming (Restaurant Fleming, Cloppenburg) den Landtagsabgeordneten. Er fordere die Politik auf, dass endlich zwischen gehobener Gastronomie und Kneipen unterschieden werde. „Wir haben alle dazugelernt, Hygienekonzepte entwickelt und in Schutzmaßnahmen investiert. Insbesondere die Lockerheit in Folge von Alkohol konterkariert die Hygienekonzepte. Gerade in diesem Hinblick unterscheidet sich der Restaurantbesuch doch deutlich von dem Abend in der Kneipe“, stellt der erste Vorsitzende des DeHoGa-Kreisverbandes heraus.
„So ein offenes und klares Gespräch ist wichtig“, dankte Christoph Eilers den Gastronomen. „Trotz der Unsicherheit, zeigt ein Großteil der Gastronomie Verständnis für die staatlichen Maßnahmen. Sie wollen und sollen ihrem Beruf wieder nachgehen können. Außerdem tragen sie als Unternehmer noch direkte Verantwortung für ihre Familien und ihre Mitarbeiter. Demenstprechend müssen die bereits zugesagten Hilfsgelder nun auch zeitnah ausgezahlt werden“, fasst der Politiker zusammen.